Die Geheime Latrinen-Chronik

ODER


Wenn der Scheißhausbesuch, nach der Geburt, zum heulen wird!


Die meisten wissen et, für alle anderen beschreibe ich den Vorgang der natürlichen Geburt nochmal kurz:

Was passiert, wenn man eine Walnuss durch einen Strohhalm schiebt? Jenau…der Strohhalm wird vollkommen zerfetzt…er reißt total auf und ist hinterher nur noch anhand seiner Farbe als Strohhalm zu identifizieren!

Genau dat passiert bei einer Geburt…nur 100 mal schlimmer, schmerzhafter und blutiger.


Ich hoffe, ihr seid jetzt alle im Bilde…weiter im Text!

Wenn der Scheißhausbesuch, nach der Geburt, zum Wenn's untenrum zu größeren Verletzungen kommt , dauert es ewig bis die genähten Wunden so weit verheilt sind, dat man Ruhe auf dem Lokus hat.

Heilungsdauer: 6 Wochen…ohne Komplikationen.

Es gibt aber auch positive Nachrichten: Die Fäden müssen NICHT gezogen werden…sie lösen sich von alleine auf. In einigen Fällen kann ein kleiner Faden übrig bleiben. So war es auch in meinem Fall. Als ich mir nach Beendigung des Wochenenflusses meine verunglückte Vagina in einem Kosmetikspiegel ansah, entdeckte ich einen kleinen Restfaden und zog ihn einfach raus! Kurzes Zwicken…kurze Blutung und die Sache war erledigt. Was ich sonst noch im Spiegel sah kam mir total Fremd vor. Ich fühlte mich, als würde ich eine fremde Vagina spazieren führen. Nein, dat war nicht die Muschi mit der ich vor der Geburt ins Krankenhaus gegangen war…es musste eine Verwechslung vorliegen! Absolut! So hässlich sah ich untenrum nicht mal dann aus, wenn ich mich wochenlang nicht rasiert hatte und sich kleine Slipfusseln in meinem Schamhaar befanden…plus krümeliger Scheidenausaufluss.


Ne! Ich fühlte mich fremd in meiner eigenen Vagina…und dat is noch immer so.

Aber das ist definitiv eine andere Geschichte!


Bevor ich mich getraut hatte…oder sagen wir, bevor ich körperlich in der Lage war mich ohne Schmerzen breitbeinig vor einen Spiegel zu hocken, musste ich einiges durchleben. Die Latrine wurde ein Ort des Schreckens! Wo ich früher wärend einer längeren Sitzung noch eifrig auf Facebook unterwegs war, wie so ziemlich jeder ALTAAAA, konnte ich vor Schmerzen nun nicht einmal beim kleinen Geschäft mein Handy festhalten.


Alles beginnt damit, dat man nach der Schlüpfung erstmal fett genäht wird. Wer sich über sein super süßes Kind freut und auf Wolke 7 schwebt, der wird davon nichts mitbekommen. Den Hormonen sei Dank! Danach wird man aufs Zimmer gebracht mit der Bitte "Bloß bescheid zu geben" wenn man auf die Toilette muss! Noch immer absolut beseelt und voller Adrenalin zeigte ich der Nachtschwester gedanklich den Vogel. Zu voreilig….wie sich wenige Stunden später heraus stellte. Ich musste dringend das Malzbier in die Schüssel bringen, das ich unter der Geburt getrunken hatte. Ich konnte zwar aufstehen, aber das Gehen viel mir sichtlich schwer…alles tat weh und ich war so erschöpft wie noch nie in meinem Leben! Ich klingelte nach der Schwester…der Vegetarier kümmerte sich um die Kleine. Arm in Arm gingen wir auf die Toilette. Mit passender Musik unterlegt könnte man anhand des Schunkelns meinen, wir wären "auf der Wies'n". Noch immer konnte ich mir absolut nicht ausmalen was mich erwarten würde. Leicht hormontrunken zog ich dat wirklich eroddische Netzhöschen runter…nahm etwas angeekelt die gelblich/rote und meeeeega dicke Einlage raus, die man mir nach der Geburt in die sexy Wäsche gesteckt hatte, und ließ mich auf die Schüssel nieder. Ohne mein dazu tun lief der Urin aus mir heraus…an meinen Geburtswunden entlang und ich fühlte mich, als würde meine Vagina in Flammen stehen! Der Urin, der bekanntlich auch desinfizierend wirkt (und das nicht umsonst), enthält Substanzen die bei offenen Wunden einen brennenden Schmerz verursachen. Ich krümmte mich vor Schmerzen, legte eine neue riesige Einlage in mein geiles Höschen und zog den ganzen Mist wieder hoch. Ich wurde gebeten, "nicht abzuwischen…und tupfen erst nach 24 Stunden" also tat ich es auch nicht! Die höchste Stufe des "unsauberen Gefühles" war genau in diesem Moment erreicht. Die Schwester nahm mich wieder in den Arm und führte mich zurück in mein Zimmer…


24 Stunden nach der Geburt durfte ich nicht nur ENDLICH meine zerfetze Vagina nach dem Toilettengang abtupfen…ich fühlte mich auch fit genug um zu duschen. Ich schlich mit Handtuch und Duschgel über den Flur und die Schwester rief von hinten "bitte keinen direkten Strahl an die offenen Wunden…und kein Duschgel!" Ich nickte. So ein Jammer! Dabei wollte ich es mir doch grad so richtig geil mit dem Duschkopf besorgen….als hätte ich keine andere Probleme als den "direkten Strahl". Ich machte also unter Schmerzen mein kleines Geschäft und schlüpfte dann unter die Dusche. Eine kleine Wohltat an mein hygienisches Selbstbild…doch nur für 10 Minuten. Danach lief mir der Wochenfluss wieder die Schenkel hinunter und ich freute mich darauf, gleich wieder in meine Mammutbinde zu steigen.


Lästiger als die Heulorgien auf der Latrine waren die ständigen Fragen nach meinem Stuhlgang. Davon abgesehen das ich nach 48 Stunden noch keinen hatte, konnte ich mir auch wirklich nicht vorstellen wie ich das überleben sollte! Der Anus braucht bekanntlich etwas Platz um sich auszudehnen…wenn dieser "Platz" aber frisch genäht war…was passierte dann? Würden die Nähte reißen? Würden die Wunden anfangen zu bluten oder hätte ich einfach nur wahnsinnige Schmerzen? Ich malte mir dat schlimmste aus…wie hormongesteuerte Neumütter nunmal so sind. Ich hatte Angst vor dem Moment, als ich spürte, das es nun Zeit war die Bombe platzen zu lassen…und wie sich herausstellte, war meine Angst begründet!


Aus der Schwangerschaft wusste ich, das "drücken" derzeit nicht die passende Taktik war um seinem Darm zu entleeren. Stattdessen hieß es: Die Kacke beim ausatmen hinaus gleiten zu lassen. Verkrampft versuchte ich, diesen Ratschlag zu befolgen…SCHEISSDRECKSPISSE…

Es war die Hölle! Eine absolute anale Ausnahmesituation!


Als die Schwester mich am Abend wieder fragte ob ich endlich Stuhlgang gehabt hätte, bejahte ich diese Frage zwar stolz doch mich gräulte es vor dem nächsten Toilettengang. Was ich bis dato nicht wusste…es sollte noch schlimmer werden!


Zuhause angekommen, nach dem Krankenhausaufenthalt, führte ich meine Brustfütterung fort. Was ich zwar wusste, und worum ich mich auch sehr bemühte war, viel zu trinken. Logisch! Man hat durch das Stillen einen erhöten Flüssigkeitsbedarf…den ich leider mit aller Mühe nie so richtig decken konnte. Die Folge: Verstopfung….die Folge: Tagelange Quälerei….die Folge: Unbeschreibliche Schmerzen noch Wochen nach der Entbindung.


Woche für Woche wurde es dann etwas besser…neben dem alltäglichen Latrinenschmerz  wurden nun auch die Quarkbällchen weniger. Mein After war schöner als je zu vor…und meine Vagina…ihr wisst es bereits.


Die Kontrolluntersuchung bei meiner wundervollen Frauenärztin verlief ohne Komplikationen. Sie machte mir sogar tolle Komplimente die mir bis heute nicht aus dem Kopf gehen. Sie sagte : "Hier unten sieht es wunderschön aus…." Und "Das hat sich alles wieder wunderbar zurückgebildet…so eng wie vorher!" Strike! Ich nix Lagerhalle…


Deine Rabenmutter

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